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Geschichte und bisherige Wirksamkeit der
"Orchestervereinigung Berliner Musikfreunde e. V."

Die Vereinigung, deren Ursprung bis in das Jahr 1865 zurückreicht, ist aus vier selbständigen Körperschaften entstanden, die, wie aus nachstehender Übersicht hervorgeht, z. T. viele Jahre hindurch nebeneinander und mit den besten Erfolgen die Pflege der Orchester-Musik ausübten:

Berliner Dilettanten-Orchester-Verein, gegründet 1866
Neue Orchester-Vereinigung, gegründet 1897;
verschmolzen am 25. April 1906 zum;
"Orchester-Verein Berliner Musikfreunde" Ferner:

Berliner Orchester-Vereinigung 1874
Orchester-Verein Lyra 1882
verschmolzen am 18. Februar 1909 zur
"Berliner Orchester-Vereinigung."

Diese beiden Körperschaften, also Orchesterverein Berliner Musikfreunde und Berliner Orchester-Vereinigung verschmolzen sich wiederum am 20. März 1918 zur jetzigen

"Orchestervereinigung Berliner Musikfreunde e.V."

Alle diese ehemaligen Vereine, ganz besonders aber der jetzige Gesamtverein, sind mit vielen Konzerten (in den Sälen der Singakademie, Philharmonie, Hochschule für Musik, Blüthnersaal usw.) an die Öffentlichkeit getreten, zum Teil in Gemeinschaft mit anderen künstlerischen Vereinigungen, wobei es den Mitgliedern vergönnt war, mit einer Reihe namhafter Solisten zusammenzuwirken, von denen erwähnt seien:

Frieda Hempel, Alfred Wittenberg, Emilie Herzog, Bernhard Dessau, Sophie Heymann-Engel, Mischa Elman, Emma Koch, Arthur van Eweyck, Frieda Kwast-Hodapp, Alexander Heinemann, Ottilie Metzger-Froitzheim, Joseph Joachim, Elisabeth Ohlhoff, Bernhard Irrgang, Emmy Destinn, Karl Klingler, A. Schildberger-Luxenbing, Rudolf Krasselt, Charlotte Stubenrauch, James Kwast, Charlotte Weiland, Moritz Mayer-Mahr, Emil Prill, Anton Hekking.

Selbst unter den schwierigsten Vereinsverhältnissen wie sie beispielsweise der Krieg 1914/18 schuf, und trotz mancher Lücke, die dieser in den Mitgliederbestand riß, konnten beide Orchestervereinigungen - gestärkt durch die vorhergegangenen Zusammenschlüsse - bei voller Stimmenbesetzung nicht nur ihre regelmäßigen Übungen fortsetzen, sondern auch noch mit eigenen, öffentlichen, der Wohltätigkeit gewidmeten Konzerten hervortreten.

An Orchesterwerken, die seitens der zusammengeschlossenen Vereine im Laufe der Jahre zur Aufführung gelangten, sind als die hauptsächlichsten zu nennen: Ouvertüren und Sinfonien aller Klassiker; Symphonie pathetique von Tschaikowsky; Pax triumphans, sinfonischer Festprolog von F. van der Stucken; Suiten und Serenaden von Bach, Händel, Mozart, Bizet, Volkmann, Grieg, Hofmann, Sibelius, Ph. Scharwenka.usw.; Konzert-Begleitungen; Orchesterpart zu den Chorwerken: Frithjof v. Bruch und Requiem von Henschel, - sowie vieles Andere. - Die Anerkennung der Leistungen in öffentlichen Konzerten spiegelt sich wieder in vielen durchweg günstigen Beurteilungen seitens der Presse.

Aus der Reihe derjenigen Dirigenten, welche ihre Künstlerschaft - zumeist viele Jahre hindurch - in uneigennütziger Weise in den Dienst der musikalischen Vereinsbetätigung stellten und deren Bestrebungen in erster Linie darauf gerichtet waren, die musikalischen Leistungen der Vereine auf eine Stufe zu bringen, die auch höheren Kunstansprüchen genügen konnte, sind die hervorragendsten:

Theobald Rehbaum
O. Pasch
Professor Ulrich
Professor Gustav Hollaender
Professor Paul Rembt
Professor Max Grünberg.

Mit seltener Hingabe waltete namentlich Herr Professor Max Grünberg seines Amtes. Seine unermüdliche, von vielen künstlerischen Erfolgen begleitete Vereinstätigkeit erstreckte sich auf einen ununterbrochenen Zeitraum von 27 Jahren. Verfügten die Vereine sonach jeweilig über ganz hervorragende musikalische Leiter, so darf aber auch die Tätigkeit derjenigen Mitglieder nicht unerwähnt bleiben, welche den Körperschaften eine treue, oft jahrzehntelange, aktive Zugehörigkeit bewahrten und durch ihren nie erlahmenden Eifer die Ziele der Vereine nach jeder Richtung hin förderten. Opferbereitschaft und Zurückstellung mancher persönlicher Wünsche sind Erfordernisse, ohne welche die ideellen Ziele einer großen musikalischen Vereinigung nicht erreicht werden können. Möge daher die Zahl solcher Mitglieder und Förderer, - denen ihre Zugehörigkeit zum Verein nicht Selbstzweck ist und die bereit sind, den Gemeinschaftssinn zu pflegen,-stets zunehmen; mögen sie wie viele ihrer Vorbilder aus früherer Zeit, Freude und Genugtuung empfinden in ihrer Mitarbeit an unseren Zielen:

Im Innern: engerer Zusammenschluß aller Mitglieder; Erreichung musikalischer Höchstleistungen und nach außen: Stete Erweiterung des Ansehens unserer Vereinigung. A.