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Orchester Berliner Musikfreunde feierte 140-jähriges Jubiläum
12.03.2006

Mit einem Festkonzert in der „kleinen“ Philharmonie (Kammermusiksaal) in Berlin feierte das Orchester Berliner Musikfreunde (OBM) am 12. März 2006 sein großes Fest: Das 140-jährige Jubiläum. Es ist damit nicht nur das älteste Amateurorchester in Berlin, sondern auch das fünftälteste im Bundesgebiet überhaupt.

Viele – inzwischen große – Künstler sind im laufe der Jahre mit dem OBM zu hören gewesen: Joseph Joachim, Mischa Elman, Sergiu Celibidache, Renaud Capucon, Daniel Gaede, Bogna Bartosz und Claudia Barainski – um nur einige zu nennen. Oft standen sie noch am Beginn ihrer Karriere, und so hat das OBM immer zur Nachwuchsförderung und Fortentwicklung des Musiklebens im kleinen wie auch im großen Rahmen beigetragen.

Das Festkonzert begann mit Elgars „Pomp and Circumstance“ op. 49 Nr. 1 und 4 – Stücke, denen sich kein Publikum verschließen kann. Und so spendeten die ca. 1100 Besucher im praktisch ausverkauften Kammermusiksaal bereits nach dem ersten Marsch bewegt Beifall.

Anschließend brillierten Juri Toschmakow (Violine) und Dan Ishimoto (Kontrabass) beim „Gran Duo concertant“ für Violine, Kontrabass und Orchester von Giovanni Bottesini.

Nach der Pause stand dann mit Tschaikowskys 5. Sinfonie ein wahrhaft großes Stück auf dem Programm. Yukari Ishimoto, seit dem Jahre 2003 Dirigentin des OBM, führte das Orchester durch alle Höhen und Tiefen bis zum Schlussakkord des siegreichen Finale. Das Publikum, welches schon nach dem ersten Satz durch seinen Beifall seiner Anerkennung Ausdruck verleihen wollte, erklatschte sich begeistert die Zugabe: Elgars „Pomp and Circumstance“ Nr. 1. Noch einmal. Diesmal jedoch durfte das Publikum – wie bei der „Last Night of the Proms“ in London schon Tradition und üblich – beim Trio das „Land of Hope and Glory“ mitsingen. Der Funke der Begeisterung sprang über und verlieh somit diesem einmaligen Konzert einen besonderen Glanz.

Leider erfährt in Berlin, in dem inzwischen neben den 8 Profiorchestern über 20 Amateurorchester existieren, selbst ein solches Ereignis wenig bis gar kein Echo in Presse und Öffentlichkeit der Stadt, und das, obwohl das OBM immerhin 12 Jahre älter ist als die Berliner Philharmoniker und nach dem 2. Weltkrieg den „großen“ Kollegen, durch die Tatsache, dass das Notenarchiv des OBM den Krieg unbeschadet überstanden hat, oft Orchestermaterial zur Verfügung gestellt hat.

Umso mehr hat sich das Orchester über die Grußworte – und damit über ein wenig öffentliche Anerkennung in der immer schwieriger werdenden Situation der Kultur – gefreut, die dem Orchester vom regierenden Bürgermeister Berlin, Klaus Wowereit, dem Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Thomas Flierl, dem Präsidenten des BDLO, Helge Lorenz sowie dem Präsidenten des LandesMusikRats Berlin, Christian Höppner übermittelt wurden. Helge Lorenz war extra aus Dresden für das Konzert nach Berlin angereist, und hat sich noch lange Zeit nach dem Konzert mit dem Vorstand und interessierten Mitgliedern begeistert unterhalten.

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