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6.11.2022

Konzertrückschau im Dialog

12.10.2022

Solokonzert für Tuba und Orchester

25.9.2022

Ein Fünfsaiter aus Wien

6.4.2022

Das OBM spendet einen Teil des Erlöses vom Hauptkonzert

27.3.2022

Bewegendes Comeback in der Berliner Philharmonie

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Herbstkonzert im großen Sendesaal des RBB

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Mit alter und neuer Führung in die nächsten Vereinsjahre

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Wiedersehensfreude bei der ersten Gesamtprobe in 2021!

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Herbstkonzert unter Corona Bedingungen

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Streicherprobe in der Kirche

21.5.2020

Corona und das OBM

25.2.2020

Revanche – Ein französisch-deutsches Festkonzert in der Philharmonie

10.11.2019

Resümee: Filmaufnahmen für den Kinohit „TRAUMFABRIK“

28.9.2019

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23.9.2019

Publikum bejubelt 14-jährigen Pianisten

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150 Jahre OBM: Goldene Mitgliedschaft hoch drei!

28.4.2019

Lob vom Solisten für das Konzert am 31.03.2019

13.4.2019

OBM bestätigt Yukari Ishimoto als Dirigentin

6.4.2019

Frühjahrskonzert in der Philharmonie - Von jungen Solisten beflügelt

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Der internationale Tag der Frau und das OBM

20.1.2019

Kartenvorverkauf gestartet

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Viel Applaus im Konzerthaus

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Save the Place - Kartenvorverkauf startet am 1. September

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9.12.2017

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20.11.2017

„Gaudeamus igitur“ auf einer musikalischen Weltreise

16.11.2017

50 Jahre Mitgliedschaft im OBM

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Konzertreise nach Rouen / Frankreich

17.7.2017

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27.4.2017

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3600,- Euro für die Überlebenden in Japan

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1.12.2006

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15.11.2006

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12.3.2006

Orchester Berliner Musikfreunde feierte 140-jähriges Jubiläum

11.3.2006

Rainer Vogt mit der Ehrennadel des BDLO ausgezeichnet

6.11.2022

Konzertrückschau im Dialog

Unser OBM-Geiger Markus Brandis konnte das Herbstkonzert am 23. Oktober 22 aus persönlichen Gründen nicht mitspielen. Entgehen lassen wollte er es sich aber auch nicht - und saß im RBB-Sendesaal zur Überraschung seiner Mitspieler in der ersten Reihe. Natürlich haben wir hinterher nach seinem Eindruck gefragt:

"Das war wirklich ein tolles Konzert, ich war ganz begeistert!"

Es ist schon etwas Besonderes, diese Einschätzung aus dem Mund eines „Insiders“ zu hören, der weiß, welche Arbeit hinter den Kulissen in eine solche Aufführung fließt.

"Am Anfang hat es ein ganz klein wenig gedauert, bis alle Instrumente ‚da waren‘. Deutlich zu hören waren Unsicherheiten erst in den Geigen, dann in den Celli. Genau das habe ich eigentlich auch immer selbst erlebt, wenn ich inmitten aller auf der Bühne mit meiner Geige saß: da ist man in einem dieser legendären Berliner Konzertsäle mit absolut unbestechlicher, geradezu furchterregend präziser Akustik, das Konzert, für das man Monate lang geübt hat, hebt an - und selbstverständlich ist man als Laie dann etwas unsicher. Aber auch dieses Mal haben sich alle schnell gefunden, hat die Musik Gustav Mahlers die Regie übernommen - und unsere Dirigentin Yukari Ishimoto ihr Orchester in der Hand gehabt und den wahren Mahler-Klang in seiner elegischen Schönheit zur Entfaltung gebracht“.

In der Tat ist ein so ruhiges, gefühlvolles Stück wie das Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie eine herausfordernde Eröffnung, wenn zu Beginn der Aufführung noch die Nerven zittern. Aber auch ein stimmungsvoller Auftakt, um alle Musiker und Zuhörer ganz ins Hier und Jetzt zu holen.

Danach folgte in der ersten Konzerthälfte das Solokonzert für Tuba von Ralph Vaughan Williams, gespielt von Takuya Kishimoto.

"Beim Vaughan Williams hab ich euch nicht beneidet“, sagt Markus schmunzelnd, „da gab es ja ganz schön was zu üben - und nicht wenige Fingerkapriolen zu schlagen, wenn der Komponist den Streichern mal wieder fast Unmögliches in seinen Noten abverlangt. Aber: es gelang und die Begleitung des Solisten mit der mächtigen, im Scheinwerferlicht des Sendesaals blitzenden Tuba stand auf sicherem Boden. So konnte ich mich ganz auf die überraschend vielfältigen musikalischen Möglichkeiten dieses noch nie als Solo gehörten Instrumentes konzentrieren – erstaunlich!"

Die Mitglieder des OBMs freuten sich ebenfalls, bei der Zugabe noch einmal ganz entspannt der Tuba zu lauschen, während die Begleitung zuvor volle Konzentration forderte. Oft sind die Orchesterstimmen eines Solokonzerts technisch unkomplizierter als z. B. Sinfonien, es kommt vor allem auf das Zusammenspiel an. Das Tuba-Konzert war jedoch auch für uns recht anspruchsvoll und ging zunächst nicht so leicht ins Ohr. Hierfür halfen dann die Proben mit dem Solisten. Takuya Kishimoto war am Ende mit der Aufführung sehr zufrieden und möchte gern wieder einmal mit dem OBM spielen.

Auch über die 8. Sinfonie von Dvořák, die den zweiten Teil des Konzerts nach der Pause füllt, äußerte sich Markus:

"Das war ja der Hammer! Die achte hört man ja bei weitem nicht so häufig wie Dvořáks neunte, die Amerika-Symphonie ‚Aus der neuen Welt‘. Doch was für eine Kraft und Schönheit! Sie steht in ihrer Qualität und Genialität der neunten ebenso wenig nach wie die siebente, die ‚brahmsischste‘ der ‚letzten drei großen‘ des Komponisten, die wir vor ein paar Jahren auch einmal mit dem OBM gespielt haben. Ich hatte die achte selbst schon vor Jahrzehnten in München mit dem AGV (Orchester des Akademischen Gesangsvereins), wenn ich mich recht erinnere, im Herkulessaal mitspielen dürfen - und kann aus meiner Froschperspektive in der ersten Reihe des Sendesaals nur sagen ‚Chapeau!‘.
Es gab ganz wenige Zweifel, ein-, zweimal schlingerte das Orchester etwas, doch ich sah Yukari, die – den Taktstock fest in der Hand – alle wieder energisch zurück in die Spur brachte: ‚Schneller! Rhythmus!! Hier geht´s lang!!!‘, da musste sie alle wieder zusammenbringen, aber es gelang sofort und Dvořák beglückte die Spieler, wie das Publikum in einem einzigen Rausch von lichtvoller Schönheit."

Markus resümiert: "Der Klang war wirklich klasse! Wenn ich an meine Anfangszeit denke, hat das OBM über die letzten Jahre wirklich nochmal ganz deutlich an Qualität gewonnen. Es ist schon toll, was für ein beglückendes Ergebnis man auch aus einem Laienorchester herausholen kann!"

Vielen Dank, lieber Markus, es war uns ein Vergnügen – und beim nächsten Programm bist du hoffentlich auch wieder mit deiner Geige auf der Bühne dabei!


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Foto: zur Verfügung gestellt von Takuya Kishimoto